WordPress oder Homepage-Baukasten? Der ehrliche Vergleich
Wix, Jimdo, WordPress oder von Hand gebaut: was dich das übers Jahr wirklich kostet, wie viel Zeit du selbst investierst und wo die Grenzen liegen.
Daniel Weihmann · 19.09.2026 · geprüft 09/2026
Ein Homepage-Baukasten ist der schnellste Weg zu einer eigenen Seite, WordPress der vielseitigste, eine von Hand gebaute Seite der pflegeleichteste. Welcher Weg für dich passt, entscheidet sich an drei Dingen: was dich die Seite übers Jahr wirklich kostet, wie viel eigene Zeit du hineinsteckst und ob dir reicht, was das System kann. Die Frage nach einem späteren Wechsel kommt erst danach, spielt aber auch eine Rolle.
Kurz gesagt
Baukasten wie Wix oder Jimdo: schnell online, kaum Technik. Rechne aber den Preis des Pakets nach, das du wirklich brauchst, samt Zusatzpaketen. Was der Baukasten nicht kann, gibt es nicht oder kostet extra. Und die meiste Arbeit bleibt bei dir.
WordPress: frei, erweiterbar, von fast jedem Dienstleister betreut. Dafür braucht es regelmäßige Updates, sonst wird es gefährlich.
Von Hand gebaut: schnell, sicher, wenig Pflege. Dafür änderst du Texte meist nicht selbst, sondern lässt ändern.
Was die drei Wege unterscheidet
Ein Homepage-Baukasten ist ein Mietmodell. Du bezahlst monatlich, klickst deine Seite im Browser zusammen, und Server, Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter. Das ist bequem, solange du bleibst.
WordPress ist eine freie Software, die du auf einem eigenen Webspace installierst. Laut W3Techs läuft sie auf gut 40 Prozent aller Websites weltweit und bei knapp 59 Prozent aller Seiten, deren System sich erkennen lässt. Diese Verbreitung ist ihr größter Vorteil: Für fast jedes Problem gibt es eine Erweiterung und für fast jede Stadt einen Dienstleister.
Von Hand gebaut heißt: Die Seiten bestehen aus HTML, CSS und etwas PHP, ohne Verwaltungsoberfläche dazwischen. So ist auch die Website gebaut, auf der du gerade liest. Es gibt keine Datenbank, die jemand knacken könnte, und keine Erweiterung, die ein Update verpasst.
Der Baukasten: rechne genau nach
Für den Anfang ist ein Baukasten verlockend. Am Abend angemeldet, am nächsten Morgen online, und um Server und Updates musst du dich nie kümmern. Für eine Probephase, ein Hobbyprojekt oder einen Verein ohne Budget ist das eine ehrliche Lösung. Bevor du dich festlegst, lohnt sich aber ein zweiter Blick auf drei Dinge.
Der Preis: das Paket, das du wirklich brauchst
Die Einstiegspreise auf den Werbeseiten gelten für das kleinste Paket, und das reicht für eine Firmenseite oft nicht. Bei Jimdo enthält das Paket „Start“ für 12 Euro im Monat zehn Seiten. Suchmaschinenoptimierung und Besucherstatistik gibt es erst ab „Grow“ für 20 Euro, abmahnsichere Rechtstexte erst ab „Grow Legal“ für 29 Euro. Bei Wix kostet das kleinste Paket „Light“ 16,66 Euro im Monat, bezahlt für ein Jahr im Voraus. Die Domain ist dort nur im ersten Jahr kostenlos, die Rechtstexte ebenfalls. Ein eigenes E-Mail-Postfach ist bei Wix gar nicht dabei, das kaufst du über Google Workspace dazu.
Stand September 2026
Jimdo
Wix
Kleinstes Paket ohne Werbung
12 € im Monat, 10 Seiten
16,66 € im Monat, im Voraus fürs Jahr
Suchmaschinen und Statistik
ab 20 € im Monat
im Paket
Abmahnsichere Rechtstexte
ab 29 € im Monat
im ersten Jahr kostenlos
Domain
im Paket
im ersten Jahr kostenlos
E-Mail-Postfach
eigene Adresse verbinden, Weiterleitungen
nicht enthalten, Google Workspace extra
Was in den kleinen Paketen steckt und was dazukommt. Preise inklusive Mehrwertsteuer bei zwölf Monaten Laufzeit, laut den Preisseiten von Jimdo und Wix.
Rechne deshalb nicht mit dem Preis auf der Startseite, sondern mit dem Paket, das alles enthält, was du brauchst, und das ab dem zweiten Jahr. Dann sieht der Unterschied zu einer eigenen Website mit Webspace und Domain oft ganz anders aus.
Die Grenzen: was es nicht gibt, gibt es nicht
Im Baukasten bekommst du genau das, was der Anbieter vorgesehen hat. Ein Buchungskalender, der zu deinem Ablauf passt, eine Anbindung an deine Warenwirtschaft, ein Formular mit besonderen Feldern: Entweder gibt es das als App aus dem Marktplatz des Anbieters, oft mit eigenem Monatspreis, oder es gibt das gar nicht. Selbst nachrüsten oder von jemandem nachrüsten lassen, geht nicht. Wer mit dem Angebot des Baukastens gut leben kann, hat damit kein Problem. Wer schon beim Start eine Liste mit Sonderwünschen hat, sollte die vorher mit dem Paket abgleichen.
Die Zeit: der größte Posten steht auf keiner Rechnung
Der Baukasten nimmt dir die Technik ab, aber nicht die Arbeit. Vorlage aussuchen, Texte schreiben, Fotos machen, Rechtstexte einbinden, alles am Handy prüfen: Das erledigst du selbst, meist abends und am Wochenende. Setz diese Stunden ehrlich mit dem an, was deine Arbeitsstunde sonst wert ist. Bei vielen Betrieben ist die eigene Zeit am Ende der teuerste Teil der günstigen Lösung.
Mein Rat für die Arbeit im Baukasten selbst: Versuch nicht, groß selbst zu gestalten. Such dir eine Vorlage aus, die zu deinem Betrieb passt, und fülle sie mit guten Texten und eigenen Fotos. Finger weg von eigenen Farben, Schriften und verschobenen Blöcken im Editor. Die Vorlagen sind von Gestaltern gemacht und funktionieren so, wie sie sind. Was man daran selbst herumdreht, sieht schnell selbstgebastelt aus, und das färbt beim Besucher auf den ganzen Betrieb ab.
Und wenn du später wechseln willst
An einen Wechsel denkt beim Start niemand, er kommt aber oft nach ein paar Jahren. Wix erklärt im eigenen Hilfe-Center, dass eine Website auf den Servern von Wix laufen muss und externes Hosting nicht unterstützt wird. Jimdo empfiehlt im eigenen Magazin für den Umzug, die Texte in ein Dokument zu kopieren und die Bilder einzeln zu speichern. Wer wechselt, baut also neu. Eine Sache kannst du deshalb von Anfang an richtig machen: Registriere die Domain selbst und verbinde sie mit dem Baukasten. Dann gehört dir zumindest die Adresse, unter der dich Kunden finden.
WordPress: Freiheit mit Wartungspflicht
WordPress kannst du mitnehmen. Unter Werkzeuge → Export gibt es einen eingebauten Export, der Beiträge, Seiten, Kommentare, Menüs und Kategorien in eine Datei schreibt. Die liest jede andere WordPress-Installation wieder ein. Wer den ganzen Webspace samt Datenbank kopiert, nimmt auch Gestaltung und Erweiterungen mit.
Der eingebaute Export unter Werkzeuge → Export. Screenshot aus einer frischen WordPress-Installation, Version 7.1.1, September 2026.
Der Preis dieser Freiheit heißt Wartung. WordPress, das Theme und jedes Plugin bekommen laufend Updates, oft wegen Sicherheitslücken. Wer sie ein halbes Jahr liegen lässt, lädt Angreifer ein. Das Risiko sitzt dabei selten im WordPress-Kern: Von den 11.334 Schwachstellen, die der Sicherheitsdienst Patchstack für das Jahr 2025 gezählt hat, steckten 91 Prozent in Plugins und 9 Prozent in Themes, im Kern selbst waren es sechs. Wie das abläuft und was dann zu tun ist, steht in meinem Text über gehackte WordPress-Seiten.
Plane deshalb von Anfang an ein, wer die Updates einspielt: du selbst, jeden Monat, mit einer Sicherung vorher. Oder jemand, der das für dich übernimmt. Genau das mache ich unter WordPress-Wartung und Rettung, zum Beispiel für die Casa Mediterraneum, deren Seite ich gebaut habe und betreue.
Von Hand gebaut: wenig Pflege, wenig Angriffsfläche
Eine von Hand gebaute Website hat keinen Adminbereich, keine Datenbank und keine Plugins. Damit fallen die drei häufigsten Einfallstore weg, und es gibt nichts, das jeden Monat aktualisiert werden muss. Solche Seiten laden außerdem sehr schnell, weil der Server nur fertige Dateien ausliefert.
Der Nachteil ist ebenso klar: Einen neuen Absatz schreibst du nicht selbst in ein Formular, du schickst ihn mir. Für einen Handwerksbetrieb, der seine Leistungen einmal im Jahr anpasst, ist das kein Problem. Für ein Café mit wöchentlicher Mittagskarte schon. Dort ist eine Lösung besser, bei der du genau diesen einen Bereich selbst pflegst.
Nebeneinander gestellt sieht das so aus, wenn du den Anbieter wechseln willst:
Baukasten
Domain
gehört dir, wenn du sie selbst registrierst
Texte und Bilder
gehören dir, Mitnehmen heißt kopieren
Gestaltung und Aufbau
bleiben beim Anbieter
Umzug zu anderem Anbieter
Neubau
WordPress
Domain
gehört dir
Texte und Bilder
Export als Datei eingebaut
Gestaltung und Aufbau
Theme und Plugins müssen mit
Umzug zu anderem Anbieter
Kopie der Installation
Von Hand
Domain
gehört dir
Texte und Bilder
liegen als Dateien vor
Gestaltung und Aufbau
liegen als Dateien vor
Umzug zu anderem Anbieter
Dateien kopieren
Was du beim Wechsel mitnimmst. Stand der Anbieterangaben: September 2026.
Unsicher, welcher Weg passt?
Erzähl mir in zehn Minuten, was deine Website können soll und wer sie pflegt. Danach sage ich dir, welcher Weg für dich der günstigste ist, auch wenn es einer ist, den ich nicht anbiete.
Wer pflegt die Seite? Wenn du selbst regelmäßig Inhalte einstellst, brauchst du eine Oberfläche dafür, also Baukasten oder WordPress. Wenn sich die Seite selten ändert, ist die Oberfläche eher Ballast als Hilfe.
Wie oft ändert sich etwas? Wöchentliche Neuigkeiten, Termine oder ein Shop sprechen für WordPress. Eine feste Leistungsbeschreibung mit Kontaktweg spricht für eine gebaute Seite, die jahrelang ohne Pflege läuft.
Was soll die Seite in fünf Jahren können? Wer später Ortsseiten, einen Shop oder mehrere Sprachen braucht, sollte nicht mit einem System anfangen, das genau das nicht kann. Ein späterer Wechsel ist dann ein Relaunch, und der kostet mehr als die richtige Wahl am Anfang.
Meine persönliche Einschätzung aus vielen Projekten: Für die meisten kleinen Betriebe ist die Pflege gar nicht das Problem, sondern das Anfangen. Wer jahrelang eine veraltete Seite stehen hat, hat meist nicht das falsche System gewählt, sondern keine Zeit gefunden. Deshalb frage ich zuerst nach deinen Abläufen und erst dann nach der Technik.
Und was kostet das jeweils?
Der Baukasten hat die niedrigste Einstiegshürde und die höchste Bindung: Du zahlst monatlich, solange die Seite online sein soll. WordPress und die gebaute Seite kosten beim Aufbau mehr, danach aber nur Webspace, Domain und, bei WordPress, die Wartung. Was eine Website im Aufbau realistisch kostet und woran der Preis hängt, habe ich in Was kostet eine Website wirklich? aufgeschlüsselt. Und wenn du ohnehin weißt, dass du nicht selbst bauen willst: So läuft es ab, wenn du eine Homepage erstellen lässt.
Häufige Fragen
Was kostet ein Homepage-Baukasten im Jahr wirklich?
Das hängt vom Paket ab, das du tatsächlich brauchst. Im September 2026 lag das kleinste Jimdo-Paket bei 12 Euro im Monat, das kleinste Wix-Paket bei 16,66 Euro im Monat im Jahresabo. Suchmaschinenfunktionen, Rechtstexte, ein E-Mail-Postfach oder Apps kosten je nach Anbieter zusätzlich oder sind nur im ersten Jahr kostenlos. Rechne deshalb mit dem Paket inklusive aller Extras und mit dem Preis ab dem zweiten Jahr.
Kann ich eine Wix- oder Jimdo-Seite später zu WordPress umziehen?
Ja, aber nicht auf Knopfdruck. Texte und Bilder überträgst du weitgehend von Hand, Gestaltung und Aufbau entstehen neu. Die Domain kannst du mitnehmen, wenn sie auf dich registriert ist. Rechne den Umzug deshalb wie einen kleinen Neubau.
Ist WordPress unsicher?
WordPress selbst ist gut gepflegt. Unsicher wird es durch fehlende Updates und durch Erweiterungen, die niemand mehr weiterentwickelt. Mit monatlichen Updates, wenigen Plugins und einer funktionierenden Sicherung ist eine WordPress-Seite gut zu betreiben.
Ist eine Website von Hand teurer als WordPress?
Im Aufbau liegen beide ähnlich, weil die Arbeit in Texten, Aufbau und Gestaltung steckt und nicht im System. Im Betrieb ist die gebaute Seite meist günstiger, weil keine Wartung anfällt. Teurer wird sie nur, wenn du sehr oft Änderungen brauchst, die du nicht selbst machen kannst.
Wem gehört meine Website beim Baukasten?
Deine Texte, Bilder und deine Domain gehören dir. Die Technik, auf der die Seite läuft, gehört dem Anbieter, und deshalb kannst du die fertige Seite nicht woanders hin mitnehmen.
Entwurf zum Anklicken, dazu die vier Entscheidungen, die eine Praxisseite ausmachen: Termin vor Leistungsliste, Beschwerde statt Fachbegriff, Rezeptfragen beantwortet, Stellen nach oben.
Ab 2.000 Euro netto Festpreis, ab 25 Euro netto im Monat für den Betrieb. Was den Preis bewegt, was in der Summe steckt und welche Kosten erst nach der Rechnung kommen.
Woran Projekte hängen bleiben, sind nicht Budgets, sondern fehlende Texte und Fotos. Was du bereitlegen solltest, wie der Ablauf aussieht und fünf Fragen vor der Unterschrift.