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Wenn Kunden nicht mehr googeln, sondern fragen.

ChatGPT, Copilot und Perplexity beantworten immer mehr Fragen direkt und nennen dabei Quellen. Ich sorge dafür, dass dein Betrieb zu diesen Quellen gehört.

Was sich gerade wirklich ändert

Jahrelang lief der Weg zum Kunden über eine Suchergebnisliste: zehn blaue Links, einer davon deiner. Inzwischen fragen viele Leute stattdessen eine KI und bekommen eine fertige Antwort, in der zwei, drei Quellen genannt werden. Wer dort steht, ist im Gespräch. Wer nicht, existiert für diesen Nutzer nicht, egal wie gut die Website ist.

Das heißt nicht, dass klassische Suchmaschinen verschwinden. Die meisten Anfragen laufen weiter über Google, gerade die örtlichen. Aber bei erklärungsbedürftigen Fragen, bei Vergleichen und bei allem, wo Leute erst einmal verstehen wollen, worum es geht, verschiebt sich das gerade spürbar.

Woher diese Systeme ihre Antworten holen

Sie erfinden sie nicht, sondern rufen im Hintergrund Suchergebnisse ab und lesen die gefundenen Seiten. Microsoft Copilot setzt auf Bing auf, andere Systeme nutzen ebenfalls Bing oder eigene Indizes. Das hat eine praktische Folge, die viele überrascht: Bing ist plötzlich wichtig, obwohl kaum jemand bewusst dort sucht.

Der erste Schritt ist deshalb unspektakulär. Ist die Seite bei Bing überhaupt im Index? Sind die Webmaster-Tools eingerichtet, ist eine Sitemap hinterlegt? Wie das geht, habe ich in einer Anleitung zum Anmelden bei Bing aufgeschrieben, die selbst seit Jahren auf den vorderen Plätzen steht. Das ist Handarbeit für zehn Minuten und trotzdem bei erstaunlich vielen Betrieben nie passiert.

Warum KI-Crawler nicht ausgesperrt werden dürfen

Viele Anleitungen im Netz empfehlen, die Zugriffe von KI-Systemen in der robots.txt zu blockieren, damit „niemand die Inhalte klaut“. Für einen Betrieb, der gefunden werden will, ist das ein Eigentor: Wer die Crawler aussperrt, kann in den Antworten nicht mehr vorkommen. Ich prüfe deshalb bei jeder Seite, ob dort versehentlich eine solche Sperre steht, gern auch als Nebenwirkung eines Sicherheits-Plugins.

Wie Inhalte aussehen müssen, die zitiert werden

Eine Maschine liest anders als ein Mensch. Sie sucht sich Abschnitte heraus, die für sich allein eine vollständige Antwort ergeben. Ein Text, dessen Kernaussage sich über fünf Absätze verteilt und erst am Schluss auf den Punkt kommt, wird selten zitiert. Ein Abschnitt, der mit einer klaren Frage überschrieben ist und direkt darunter die Antwort liefert, dagegen häufig.

Dazu kommen Kleinigkeiten mit großer Wirkung: konkrete Zahlen statt „günstig“ und „schnell“, ein sichtbares Datum, ein Name und ein Ort, damit klar ist, wer da schreibt. Wer selbst der Fachbetrieb ist, sollte das auch so schreiben. Genau diese Signale entscheiden, ob eine Antwort dich nennt oder ein Portal, das über dich schreibt. Eng verwandt damit ist das, was unter Antworten und Snippets steht.

Was ich nicht verspreche

Es gibt kein Verzeichnis, in das man sich einträgt, keine Platzierung, die man kauft, und keine Zahl, die sich sauber messen lässt wie eine Google-Position. Wer dir eine Garantie für ChatGPT verkauft, verkauft heiße Luft. Was sich machen lässt: die Voraussetzungen schaffen, regelmäßig prüfen, ob dein Betrieb bei den typischen Fragen genannt wird, und nachlegen, wo er fehlt.

Häufige Fragen

Was Kunden vorher wissen wollen

Kann man sich bei ChatGPT eintragen lassen?

Nein, und wer dir das verkaufen will, erfindet es. Es gibt kein Verzeichnis und keine Anmeldung. Was es gibt, sind die Quellen, aus denen diese Systeme ihre Antworten ziehen, und dort kann man sehr wohl dafür sorgen, vorzukommen. Bei Copilot und teilweise bei ChatGPT führt der Weg über Bing.

Warum ausgerechnet Bing?

Weil Microsoft Copilot auf Bing aufsetzt und auch andere Systeme dort Ergebnisse abrufen. Bing hat in Deutschland einen kleinen Marktanteil bei menschlichen Nutzern, ist aber als Zulieferer für KI-Antworten überproportional wichtig geworden. Eine Seite, die bei Bing nicht im Index ist, kann in solchen Antworten nicht vorkommen.

Bringt mir das als Handwerksbetrieb überhaupt etwas?

Kommt darauf an, wonach deine Kunden fragen. Bei „Wer fällt in Köthen Bäume?“ landet man selten bei einer KI. Bei Fragen wie „Was kostet eine Wurzelfräsung?“ oder „Brauche ich für eine Fällung eine Genehmigung?“ dagegen schon. Wer dort als Quelle auftaucht, wird gelesen, bevor jemand überhaupt eine Suchmaschine öffnet.

Kann ich messen, ob es wirkt?

Teilweise. Man sieht, ob KI-Crawler die Seite abrufen, und man kann regelmäßig prüfen, ob der Betrieb bei typischen Fragen genannt wird. Was es nicht gibt, sind Platzierungen wie bei Google. Wer dir eine exakte Erfolgsmessung verspricht, übertreibt.

Muss ich dafür alles neu schreiben?

Nein. Meistens geht es darum, vorhandene Inhalte anders zu ordnen: klare Fragen als Überschriften, die Antwort direkt darunter, Zahlen und Fakten in Sätzen statt in Marketingsprache. Das nützt übrigens auch Menschen, die schnell etwas nachschauen wollen.

Stand: 08/2026

Wirst du schon genannt?

Frag ChatGPT oder Copilot einmal nach deiner Leistung in deiner Region. Wenn dort andere stehen, ruf mich an. Meistens fehlt weniger, als man denkt.